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Ankerstein Baukästen – das älteste Systemspielzeug der Welt

Hinweis zur Verfügbarkeit: Das Ankerstein-Sortiment läuft bei uns aus und ist derzeit nicht lieferbar. Diese Seite bleibt als Wissensseite bestehen, weil nach Bauvorlagen, Kastennummern und der Geschichte der Steine weiterhin gesucht wird. Lieferbare Steinbaukästen finden Sie unter Teifoc und Aedes Ars.

Die Geschichte der Ankersteine

Die Idee stammt von den Gebrüdern Lilienthal, die im 19. Jahrhundert einen Baustein aus gepresster Steinmasse entwickelten. 1884 erkannte Friedrich Adolf Richter in Rudolstadt in Thüringen das Potenzial und begann mit der Fertigung im großen Stil. Damit wurden die Ankersteine zum ersten und ältesten Systemspielzeug der Welt – ein Baukasten, der über Jahrzehnte hinweg erweiterbar blieb, weil jede neue Kastengeneration zu den alten Steinen passte.

Bis heute wird in Rudolstadt produziert. Hersteller ist die Ankerstein GmbH; HERfast war Händler, nicht Produzent.

Material und Herstellung

BestandteilFunktion
QuarzsandHauptbestandteil – gibt dem Stein Masse und Gewicht
KreideFeinanteil, macht die Oberfläche glatt und maßhaltig
LeinölBindemittel, das die Masse zusammenhält
FarbpigmenteZiegelrot, Sandstein-Gelb und Schiefer-Blau – die drei Farben des Systems

Die Masse wird angerührt, in Formen gepresst, getrocknet und gelagert. Gebrannt wird nicht. Das Ergebnis sind schwere Steine mit matter Oberfläche, die über die Jahre eine eigene Patina entwickeln und über Generationen bespielbar bleiben.

Wie das Kastensystem aufgebaut ist

  • Grundkästen enthalten einen Grundsatz Steine und Bauvorlagen für die ersten Bauwerke.
  • Ergänzungskästen tragen Nummern wie 10A, 12A, 14A, 20A, 24A oder 28A. Jeder erweitert den Steinvorrat und bringt eigene Baupläne mit.
  • Die Nummern sind aufeinander abgestimmt: Erst die Kombination aus Grundkasten und Ergänzung ergibt die Steinmenge, die für die größeren Bauvorlagen nötig ist.
  • Mit jeder Stufe werden die Formen kleiner und filigraner – Bogensteine, Säulen und Gesimse kommen hinzu.

Gebaut wird ohne Steckverbindung und ohne Werkzeug: Die Steine liegen allein durch ihr Eigengewicht aufeinander, genau wie im echten Mauerwerk. Deshalb muss ein Ankerstein-Bauwerk statisch stimmen – ein Turm, der oben zu schwer wird, fällt.

Für wen die Kästen geeignet sind

Ankerstein ist eines der wenigen Spielzeuge, das für Kinder und für Erwachsene zugleich funktioniert – weil es keine Altersgrenze gibt, sondern nur eine Schwierigkeitsstufe.

  • Kleine Kinder nutzen die Steine wie andere Bausteine: stapeln, umwerfen, neu bauen. Ein Haus aus vier Steinen ist ein vollwertiges Ergebnis.
  • Schulkinder bauen nach Vorlage. Dabei muss eine Reihenfolge eingehalten werden, sonst trägt die untere Lage nicht – das ist gebaute Architektur und schult ganz nebenbei, eine Konstruktion vorher im Kopf zu konstruieren.
  • Erwachsene Baumeister reizen die großen Ergänzungsstufen: Ein Gebäude mit Bogen, Säulen und Gesims will genau geplant sein, bevor der erste Stein liegt.
  • Gemeinsam gebaut entsteht ganz nebenbei Absprache: Wer legt welche Lage, wer hält – für die Förderung von sozialen Fähigkeiten am Bautisch braucht es keine pädagogische Anleitung.

Anders als bei Klemmbausteinen mit Noppen hält hier nichts von selbst. Wer ein Modell transportieren will, muss es abbauen – dafür lassen sich eigene Ideen ohne jede Systemgrenze umsetzen, weil kein Stein vorschreibt, wo der nächste sitzt. Wer kreativ ohne Vorlage bauen möchte, hat mit den Grundformen alles beisammen.

Lieferbare Alternativen

  • Teifoc – echte gebrannte Ton-Ziegelsteine, die mit wasserlöslichem Mörtel aufgemauert werden. Am nächsten dran am echten Bauen.
  • Aedes Ars – Keramik-Bausätze für maßstabsgetreue Modelle von Burgen, Kirchen und historischen Gebäuden.